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Hier schlägt Caesars Stunde
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| Fortsetzung vom rechten Heftrand |
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Eine Schreibeweise, die noch von den Römern stammt, ist wie
rechts schon dargestellt, die Multiplikationsregel.
VM = 5000
Eine weitere Schreibweise, die durch die Jahrhunderte in Gebrauch
war, ist es ein besonderes Multiplikationszeichen zu verwenden.
Man setzt um die Apostruphus-Form noch einmal Klammern z.B. so:
((I)) = 1000 x 10 = 10000
I)) = 500 x 10 = 5000
Die Zahl 100000 wird dann durch (((I))) dargestellt
und I))) = 50000.
Ich habe ja schon im Hauptteil gezeigt, dass ein
Strich über dem Zahlzeichen ebenfalls die Multiplikation mit
1000 anzeigt.
Auf der Abbildung der Buchseite rechts siehst Du
die verschiedenen Möglichkeiten der Zahlendarstellung der Tausender
von 3000 bis 8000.
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Multiplikation
Zum Abschluss will ich Dir noch die Multiplikation
mit römischen Zahlen vorführen.
XXIII mal CXXII
Man schreibt den einen Faktor senkrecht in seine
Bestandteile zerlegt an und rechnet nach dem folgenden Schema:
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XXIII
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I
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XXIII
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I
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CCXXX
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X
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CCXXX
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X
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MMCCC
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C
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| __________ |
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MMDCCCVI
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Bedenke bei dem Faktor X wird jedes Symbol durch das nächsthöhere
ersetzt, bei dem Faktor C ebenso. |
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Mathe-Geschichte(n) mit Spaß
lernen
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Caesars Taschenrechner
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Falls das Applet nicht oder nur teilweise sichtbar ist, klicke mit der Maus irgendwo außerhalb dieses Fensters hin und kehre dann zurück. |
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Gaius Julius Caeser hat diesen Computer
Romanus zum offiziellen Taschenrechner des Römischen
Reiches erklärt. Er hilft Dir dabei, wenn Du Triumphbögen
oder Aquädukte für Caesar bauen musst, oder
wenn Du einfach nur deine Gladiatoren zählen willst.
Fehlermeldungen:
Von Zeit zu Zeit zeigt Dir das Display
eine blinkende römische I oder II oder III. Das
ist eine Fehlermeldung. Dabei bedeutet:
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| I |
Zeigt an, dass der zulässige
Zahlenbereich des Computer Romanus überschritten
wurde (
). Was ist das wohl für eine Zahl ? Da musst
Du unten weiter lesen. |
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| II |
Zeigt an, dass das Ergebnis Deiner
Rechnung kleiner als I ist und die kleinstmögliche
Zahl, die der Computer Romanus darstellen kann,
ist nun mal die Zahl I. Caesar hatte nichts mit
Brüchen am Hut. |
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| III |
Zeigt an, dass Du eine unzulässige
Folge von römischen Zahlzeichen eingegeben
hast. Wenn Du wissen willst, was zulässig ist
und was nicht und welche Regeln gelten, musst Du
unten weiter lesen. |
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Wo findest Du heute noch römische
Zahlen ? Wie Du links siehst auf Uhren, in Büchern
zur Nummerierung von Kapiteln, zur Dekoration, aber
auch auf Denkmälern, an Gebäuden, in Kirchen
und auf Grabsteinen. Und falls Du mal ein Indiana Jones
werden willst und Dich mit den Geheimnissen der alten
Römer oder mit dem Mittelalter beschäftigen
willst, musst Du über römische Zahlen Bescheid
wissen. In Mitteleuropa hat man sie nämlich bis
ins 12. Jahrhundert verwendet.
Bei den römischen Zahlzeichen unterscheidet
man in Grundzeichen und Hilfszeichen. Die Hilfszeichen
sind historisch später entstanden, weil die Römer
gemerkt haben, dass die Grundzeichen manchmal zu unpraktisch
großen Zahlendarstellungen führen.
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Grundzeichen
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Hilfszeichen
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Zeichen
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Wert des Zeichens
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Zeichen |
Wert des Zeichens
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M
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1000
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D
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500
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C
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100
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L
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50
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X
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10
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V
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5
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I
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1
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_
M
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Ein Strich über
einem Zahlzeichen bedeutet das Tausendfache. Hier
ist demnach die Zahl 1 000 000 dargestellt. |
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Unser heutiges Stellenwertsystem
ist ganz anders als das Additionssystem der Römer.
Die Wertigkeit einer Ziffer in einem Stellenwertsystem
ist abhängig von der Stellung der Ziffer innerhalb
der Zahl (z.B. 4541 = die Ziffer 4 hat einmal die Wertigkeit
4000 und einmal 40). In einem Additionssystem dagegen
hat jede Ziffer bzw. jedes Zeichen, unabhängig
vom Auftreten innerhalb des Zahlworts, die gleiche Wertigkeit.
Der Wert des Zahlworts ermittelt sich also aus der Addition
der Wertigkeiten aller aufgeführten Zahlzeichen.
Um den Wert einer römischen Zahl zu erhalten, muss
man die Werte aller Zahlzeichen addieren. Die Symbole
der Zahlzeichen treten dabei von links nach rechts der
Größe nach geordnet auf. An erster Stelle
stehen dabei die Symbole größerer Wertigkeit.
Grundsätzlich gibt es damit für
jede Zahl verschieden Darstellungen. Wenn Du links oben
das Bild mit der Uhr betrachtest, siehst Du das die
Zahl 4 als IIII dargestellt wird. In Deinem Lehrbuch
steht aber, dass die Zahl 4 römisch als IV geschrieben
wird. Diese sogenannte "Subtraktionsregel"
ist aber eigentlich erst im Mittelalter weitgehend allgemeingültig
geworden.
Als Römer hättest Du die Zahl 19 z.B. wie
folgt schreiben können.
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die Zahl 19
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Anzahl der
Zeichen
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Wenn Du
römische Hinterlassenschaften betrachtest,
wirst Du feststellen, dass die Römer dieselbe
Zahl durchaus verschieden dargestellt haben, eben
je nach Geschmack. Da sie aber praktische Leute
waren haben sie nach und nach Regeln entwickelt,
die darauf hinausliefen Zahlen mit möglichst
wenig Zeichen zu schreiben.
Regel 1:
Ein Grund- oder Hilfszeichen soll höchstens
3 mal in einer Zahl vorkommen.
Bsp: 66 ist nicht XXXXXXIIIIII sondern LXVI
Regel 2:
Symbole einer kleineren Zahl, die vor dem einer
größeren stehen, werden von diesem subtrahiert,
wobei allerdings nur höchstens ein kleineres
Symbol einem größeren vorangestellt werden
darf. |
| IIIIIIIIIIIIIIIIIII |
19
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VIIIIIIIIIIIIII
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15
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VVIIIIIIIII
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11
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VVVIIII
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7
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XIIIIIIIII
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10
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XVIIII
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6
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XIX
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3
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Für Regel 2 gelten noch folgende
Einschränkungen:
- Einer I können nur von Fünfern
V und Zehnern X abgezogen werden.
- Zehner X können nur von Fünfzigern
L und Hundertern C abgezogen werden.
- Hunderter C können nur von Fünfhundertern
D und Tausendern M abgezogen werden.
Bsp: XD = 490; IC = 99; IV = 4
Bsp: richtig: XCIX = 99; falsch nach Regel 2: IC = 99
Aber wie gesagt, Regeln sind das eine, doch in der Praxis
begegnen Dir immer wieder Abweichungen davon. Die Römer
selbst z.B. haben die Subtraktionsregel nur gelegentlich
angewendet. Auch die Regel 1 stammt aus neuerer Zeit.
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Diese Seite wurde zuletzt am
Freitag 31 März, 2006 22:09
geändert.
© 2002 Wolfgang Appell
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Weitere Darstellungsformen
Ich habe Dir ja schon erzählt, dass die Römer
die Regeln, an die wir uns heute so streng halten, nur gelegentlich
oder gar nicht angewendet haben. Dafür hatten sie noch andere
Darstellungsweisen. Auch in Büchern aus früheren Jahrhunderten
gibt es Schreibweisen für römische Zahlen, die Du nicht
kennst.
Wenn Du in alten Büchern ein kleineres Zahlzeichen
vor einem größeren siehst z.B. VM oder V.M bedeutet
es keineswegs, dass Du hier die Subtraktionsregel anwenden musst.
Vielmehr bedeutet es eine Multiplikation. VM bedeutet also 5*1000
= 5000, oder VIIC bzw. VII.C bedeutet 700.
Die Zahl mcdxxiij bedeutet 1423. Was aber soll das
j ? Es hat hier ebenfalls den Wert 1. Es ist einfach eine Rechtschreibregel,
die vor Jahrhunderten angewendet wurde. Am Ende einer Zahl ersetzte
man das i für die 1 durch ein j.
Was aber bedeutet mdcxcvI oder MDCXCVI
? Am Ende einer Zahl, deren Zahlzeichen
alle klein geschrieben sind steht eine große I, oder am
Ende einer Zahl mit großen Zahlzeichen steht eine noch größere
I. Diese Vergrößerung zeigt eine Verdoppelung des Zahlzeichens
an, mdcxcvI = mdcxcvii und ebenso MDCXCVI
= MDCXCVII.
Was aber um Himmels willen bedeuten die römischen
Zahlzeichen auf folgender Buchseite. Sie stammt aus dem Buch von
Pietro Bongo "Mysticae Numerorum Significationis Liber"
aus dem Jahr 1614.
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Es war allgemeine Praxis bei den frühen Buchdruckern große
Zahlen durch eine Kombination des Buchstaben C, des Buchstaben I
und des antiken römischen Apostrophus ) darzustellen. Dieser
Apostrophus sieht aus wie unsere heutige runde Klammer.
So gilt:
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=
MDLXXXVII |
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Man sieht, M (= 1000) wurde durch die Form C-I-Apostrophus und
D (= 500) durch I-Apostrophus ersetzt.
Woher kommt diese Schreibweise? Im antiken Rom war auch gebräuchlich
die Zahl 1000 nicht nur mittels einem M sondern auch durch den griechischen
Buchstaben Phi darzustellen.
Die Römer stellten nun das griechische Phi dar, indem sie den
Buchstaben I durch zwei Apostrophi einschlossen, ähnlich unseren
runden Klammern, etwa so (I). Diese Schreibweise gibt es in den
verschiedensten Druckvarianten:
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Die Zahl 1000 wurde aber auch durch ein Zeichen dargestellt, dass
unserem Zeichen für "unendlich" gleicht .
Auch die Schreibweise für D(= 500) gibt es in verschiedenen
Druckvarianten:
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Das römische Zahlensystem, so wie wir es kennen, ist in der
Darstellung großer Zahlen sehr eingeschränkt. Tatsächlich
ist die größte Zahl die man mit den normalen Grund- und
Hilfszeichen darstellen kann die Zahl 4999 = MMMMCMXCIX. Deswegen
ist im Applet oben auch die größte Zahl, die Du umwandeln
kannst 4999.
Die Römer selbst erfanden verschiedene Methoden diese Grenze
zu umgehen. Aber dazu lese auf dem linken Heftrand weiter.
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| Fortsetzung am linken Heftrand |
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