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| Fortsetzung vom rechten Rand |
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| So gibt es eine Vielzahl von Keilschrifttafeln, die
sich mit dem Kanalbau beschäftigen. Heute würde man sagen,
es sind entweder Kostenvoranschläge oder Kostenabrechnungen für
den Kanalbau. Babylonische Mathematiker berechnen hier die Menge an
Baumaterial, Transportkapazitäten und Arbeitern, die für
einen geplanten Kanalbau gebraucht werden. Oder sie berechnen die
Löhne für die Arbeiter, die die Regierung bereitstellen
muss. |
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Mathe-Geschichte(n) mit Spaß
lernen
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Babylonische Zahlen
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Die Babylonier hatten ein fortschrittliches Zahlensystem.
In mancher Weise vielleicht sogar fortschrittlicher
als unser heutiges Zehnersystem. Die Basis ihren Stellenwertsystems
war die Zahl 60, so wie bei uns die Basis 10 ist.
Man weiß nicht, warum die Babylonier die Zahl
60 als Basis für ihre Stufenzahlen benutzten.
Vermutlich steht ein Gewichtssystem dahinter. Die
Einteilung des Tages in 24 Stunden, zu je 60 Minuten
und zu je 60 Sekunden ist nur ein Folge dieser Methode
und nicht ihr Grund. Hätten sie das Zehnersystem
benutzt, würde heute unser Tag in 10 Stunden,
zu je 100 Minuten und zu je 100 Sekunden eingeteilt
sein. Natürlich würden diese Stunden, Minuten
und Sekunden länger sein als die heutigen.
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Wir brauchen für
unser Zehnersystem 10 Zahlzeichen (Ziffern), die
Babylonier brauchten für ihr Sexagesimal-System
(so nennt man das 60iger System) nur 2 Zahlzeichen.
Sie drückten ihre Zahlzeichen mit einem eckigen
Griffel in die feuchte Oberfläche von Tontafeln.
Diese Tafen ließ man an der Luft trockenen
und in seltenen Fällen brannte man sie auch.
Diese Art der Informationsspeicherung war so haltbar,
dass sich über 5000 Jahre bis in unsere Zeit
'zigtausende von Tontafeln erhalten haben. Unsere
CDs werden sicherlich nicht so lange halten. |
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Der Keil ist die 1, der Haken die 10.
Bis zur 59 werden Zeichen mehrfach geschrieben. |
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= 34 |
Man sieht
die Babylonier benutzen ein ähnliches Stellenwert-System
wie wir. Bei uns stehen ganz rechts die Einer,
bei den Babyloniern die Zahlen bis 59. Unsere
Stufenzahlen sind 1 = 100, 10 = 101,
100 = 10², 1000 = 10³ usw., bei den
Babyloniern sind die Stufenzahlen 1 = 600,
60 = 601, 3600 = 60², 216000 =
60³ usw. |
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= 2× 60 + 34
= 154 |
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= 21× 60 +
34 = 1294 |
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Die Zahl 12345 in der Stellenschreibweise
des Zehnersystems bedeutet ja eigentlich: |
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1 x 104 + 2 x 103
+ 3 x 102 + 4 x 10 + 5
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Um eine Zahl im Sexagesimal-System zu
schreiben werde ich die einzelnen Stellen durch Kommas
trennen. Die Sexagesimal-Zahl 1,57,46,40 bedeutet dann
dies: |
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1 x 603 + 57 x 602
+ 46 x 60 + 40
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Die Babylonier hatten aber ein großes Problem,
sie kannten die Null nicht. Jedenfalls hatten sie
zunächst kein Zeichen dafür. Wir können
mit Hilfe der Null sehr gut zwischen 12 und 120 und
102 unterscheiden. Unser Stellenwert-System ordnet
jeder Ziffer eindeutig eine Stufenzahl zu. Bei den
Babyloniern ist das anders.
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kann 12, aber auch 12 ×
60 oder 12 × 60 ×
60 oder auch 12/60 oder
12/60 ×
60 usw. bedeuten. Hier "schwimmt"
der Stellenwert der Zahlen, weil die Null nicht
zur |
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Verfügung steht. Welche Zahl gemeint
ist muss man aus dem Zusammenhang erschließen.
Wir reden hier über die Zeit von etwa 1900 v. Chr.,
in der Spätphase ihrer Zivilisation erfanden sie
noch ein Zeichen für eine Leerstelle. |
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Es scheint im Babylonischen System noch ein mögliches
Problem zu geben. Die Zahl 2 wird durch zwei Zeichen
für die Einheit dargestellt, aber ebenso die Zahl
61. Dies war aber für die Babylonier kein Problem.
Meinten sie die Zahl 2, dann berührten sich die
beiden Zeichen für die 1, meinten sie aber 61 gab
es einen Zwischenraum zwischen den Einsen.
Für's Bruchrechnen verwendeten die Babylonier
Sexagesimalbrüche, so wie wir Dezimalbrüche
verwenden. Dabei hatten sie gegenüber dem Dezimalsystem
sogar einen Vorteil. Ein echter Bruch a/b lässt
sich im Dezimalsystem nur dann als endlicher Dezimalbruch
darstellen, wenn der Nenner keine anderen Teiler als
2 oder 5 hat. Im Sexagesimalsystem ist der Sexagesimalbruch
endlich, wenn der Nenner keine anderen Teiler als 2,
3 oder 5 hat.
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Diese Seite wurde zuletzt am
Mittwoch 16 September, 2009 20:19
geändert.
© 2002 Wolfgang Appell
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Die Babylonier lebten in Mesoptamien, einer fruchtbaren Ebene zwischen
den Flüssen Euphrat und Tigris. Das Zweistromland war schon
3500 v. Chr. das Zentrum der Sumerischen Kultur. Die Sumerer hatten
Städte, bauten Bewässerungsanlagen, besaßen ein
Rechtssystem, eine Verwaltung und hatten sogar einen Postdienst.
Sie waren es, die das Zählen mit dem Sexagesimalsystem entwickelten.
Und natürlich besaßen sie eine Schrift. Es war aber noch
nicht die eigentliche Keilschrift, die entwickelte sich erst später,
sondern eine Hieroglyphenschrift.
Um 2300 v. Chr. eroberten die Akkader das Land. Ihre wenig entwickelte
Kultur mischte sich mit der fortgeschrittenen Kultur der Sumerer.
Immerhin erfanden die Akkader den Abakus als Rechenhilfsmttel und
entwickelten einige, aus heutiger Sicht umständliche Methoden
für die Grundrechenarten.
Übrigens was ein Abakus ist und wie man mit ihm rechnen kann
findest Du auch bei "Mathe-Geschichten mit Spaß lernen".
Mit dieser "Rechenmaschine" hat man Jahrtausende lang
gerechnet.
Aber zurück zu den Akkadern, ihre Herrschaft im Zweistromland
dauerte nur etwa 200 Jahre. Die Sumerer revoltierten und um etwa
2100 v.Chr. erlangten sie wieder die Kontrolle über das Land.
Aber nur 100 Jahre später um 2000 v. Chr. drangen die Babylonier,
ein semitisches Volk, in das Land ein und besiegten die Sumerer
und um 1900 v. Chr. erbauten sie ihre Hauptstadt Babylon. Die Babylonier
übernahmen viel von der sumerischen Kultur, so auch die Keilschrift.
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Viele dieser Keilschrifttafeln sind, obwohl sie keine tiefschürfenden
mathematischen Abhandlungen enthalten, faszinierend. Für die
Herrscher in Mesopotamien war es wichtig Kanäle zu bauen und
sie zu erhalten. Kanäle waren nicht nur wichtig für die
Bewässerung des Landes, sondern auch für den Transport
von Gütern und von Armeen.
Fortsetzung am linken Rand
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